Fritz Glaser

„Vater der Bayerischen Kanujugend“ ist die liebevolle, aber zutreffende Beschreibung seiner Persönlichkeit und seines Wirkens.

Fritz Glaser

* 26. Mai 1937   † 6. November 2009


Seit seinem Eintritt in den Augsburger Kajak-Verein 1969 wirkte Fritz Glaser unermüdlich zugunsten des Kanusports. Einer seiner persönlichen Höhepunkte war sein Einsatz als ICF-Kampfrichter bei den Olympischen Spielen im Kanuslalom 1972 in Augsburg. Aber eigentlich sind der Name und die Person Fritz Glaser untrennbar ganz besonders mit der Bayerischen Kanujugend verbunden.

Seine direkte, immer ehrliche und wohlwollende Art, seine Hilfsbereitschaft und sein so selbstverständliches Engagement für den Kanusport zeichneten ihn als Führungspersönlichkeit aus – trotz einiger persönlicher Schwächen.

1972 übernahm Glaser das Amt des Landesjugendwarts (später Vizepräsident Jugend) im BKV. In 25 Jahren Amtszeit baute er die Jugendarbeit sukzessive aus. Insbesondere dank der alljährlichen Jugend-Wildwasserwochen bleibt er unzähligen BKV-Mitgliedern für immer im Gedächtnis. Glaser war stets mit ganzem Herzen dabei, seine „Buam“ ersetzten ihm die Großfamilie.

Aber nicht nur als „Vater der Bayerischen Kanujugend“ setzte er sich ein Denkmal. Er half mit Rat und Tat, wo und wem immer er helfen konnte. Seine österreichischen Wurzeln sowie seine Gabe, auf andere Menschen zuzugehen und geschickt zu verhandeln, öffneten ihm viele wichtige Türen bei der Ausrichtung von Meisterschaften im Nachbarland Österreich.

Als Kopf des bayerischen „Lofer-Teams“ zeichnete er in Lofer 27 Jahre lang für die Organisation von nationalen und internationalen Ranglistenrennen und Meisterschaften im Kanuslalom sowie im Wildwasserrennsport verantwortlich. Hier installierte er mit der „Bungers-Truppe“ eine kompetente Wasserrettung, die bis heute für die Sicherheit von Mensch und Material auf der oft reißenden Saalach sorgt.

Selbstredend, dass Fritz Glaser auch nach seiner offiziellen „Amtszeit“ als Berater oder auch aktiv mit seiner Unterstützung zur Verfügung stand – unaufdringlich, im Hintergrund, aber mit seiner Ausstrahlung dennoch ganz stark präsent.

Im Augsburger Kajak-Verein baute er als Jugendleiter eine erfolgreiche Wettkampfgruppe auf, obwohl er vom Kajakfahren kaum Ahnung hatte. Den Nachwuchs zu fördern, war sein großes Anliegen.

Funktionen:

  • 1972 – 1997       BKV-Vizepräsident Jugend
  • 1997 – 2007       1. Vorsitzender Augsburger Kajak-Verein

Auszeichnungen:

  • 1989     DKV-Ehrennadel in Gold
  • 1997     Ehrenmitglied im Bayerischen Kanu-Verband
  • 1998     Ehrenmedaille für besondere Verdienste um den Sport in Bayern
  • 2003     BLSV-Ehrennadel in Gold

Episoden aus den Jugend-Wildwasserwochen

Selten hat ihn jemand im Boot gesehen, aber Fritz Glaser hat die Gabe, jede noch so große Gruppe aus dem Hintergrund zu führen und zu lenken. Ihm bleibt nichts verborgen. Und wenn mal wieder einer seiner Schützlinge so gar nicht folgen will, dann hilft die legendäre „Drohung“: „Hier gibt’s ´nen Bahnhof, und der fährt in alle vier Richtungen!“

Legendär ist auch Glasers alljährliche Frage an die Teilnehmer seiner Jugendlehrgänge: "Wer ist Vegetarier und wer isst kein Fleisch?" Und schon lange bevor der Umweltschutz zum Thema der Allgemeinheit wird, führt Glaser bei seinen Jugendwochen die Tupperdose ein, um der Wegwerfgesellschaft gegenzusteuern.

Aus Chronik „100 Jahre Bayerischer Kanu-Verband“ 2024

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