Die Staffelfahrt
„Die Isar-Regatta, aus der Taufe gehoben vom Deutschen
Touring-Club, ist die Regatta der Einzelleistungen, die Staffelfahrt die der Mannschaftsleistung. Diese Worte kennzeichnen wohl am besten den Unterschied der beiden Veranstaltungen, und die Gründer der Idee der Staffelfahrt, der Club Münchner Kajakfahrer, haben das Verdienst für sich, hier dem Faltbootsport Gelegenheit gegeben zu haben, Mannschaftsleistungen als Erfolg von Einzelleistungen zu schaffen. Sicher festigt es auch das Ansehen der Gewinner des Wettkampfes, denn der Geist, der die Mannschaft beseelt, verbunden mit dem Willen zum Erfolg, drückt dem Sieger das Zeugnis, das er verdient, aus. Einer für alle, alle für einen, die Worte, die oft so unbedacht ausgesprochen werden, werden hier zur Tat. Starnberg, der Starnberger See ist der Schauplatz der Tat, zu dem sich jährlich im Herbst die Mannen treffen, um den Ehren-Wanderpreis der Continental-Gummi und Caoutschukkomp. zu verteidigen. Herren-Einer und -Zweier, Gemischte Mannschaften und Damen sind es, die im Wechsel den Staffelstander rund um den See im Wechsel des Erfolges zum Ziele bringen. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, die Strecke durch einen anderen Kurs für die Zuschauer und Freunde unseres Sportes, denn diese sollen mehr denn je gewonnen werden, interessanter zu gestalten. Sechs Mannschaften waren es, die auf der ersten Staffelfahrt des Jahres 1924 mit je acht Booten den Versuch machten, die Durchführung zu erproben, und es gelang auf den ersten Schlag. Der Stafettenwechsel in Feldafing, Tutzing, Bernried, Seeshaupt, Ammerland, Leoni ging glatt vor sich, und auch die Ruderer und Segler des Starnberger Sees konnten ihre Anteilnahme nicht versagen, sie trugen dazu bei, sogar die Mannschaften zu unterstützen, und mancher hat Anerkennung gezollt, wo er sonst nur Ablehnung berechtigt glaubte. So möge die Staffelfahrt ein neues Werbemittel, ein Werbemittel nicht am Wild-, sondern am harten Wasser für unseren Sport werden, ein Werbemittel zugleich für den Mannschaftskampf, der zeigt, daß der Verein auf der Höhe ist, der in der Lage ist, die Leute zu stellen, welche die Mannschaft bilden, um zu repräsentieren.
Die Staffelfahrt 1925 wurde dem Club Münchner Kajakfahrer zur Durchführung anvertraut, und es steht zu erwarten, daß der 6. September 1925 ein wahres Spiegelbild dessen bildet, was der Faltbootsport als jüngster Sport zu leisten imstande ist.
Alfred Rayer, Club Münchner Kajakfahrer“