Argonautenfahrt

Das Buch „Kanuwandern in Deutschland“ von Heinz A. Oehring – Untertitel „75 Jahre Kanuwandersport im Deutschen Kanuverband e.V.“ – aus dem Jahr 1989 ist eine wahre Fundgrube für jeden, der an den frühen Zeit des Kanusports interessiert ist.

Unter dem Kapitel „Unsere Sportstätten“ findet sich auf Seite 109 ff. ein Abdruck von Carl J. Luthers sehr plastischer Erzählung der „Argonautenfahrt“ von Lenggries nach Tölz im Jahr 1912. Der Kanusport steckte noch in seinen Anfängen. Sowohl die Isar als auch das Faltboot stellte zu jener Zeit noch andere Herausforderungen an den Paddler.

Zum Einlesen ein kurzer Auszug:

„Auf 22 Kilometer hatte sich ein ganzer Tag und eine Strecke von mehrmaligem Aussteigen, öfterem Flicken und einer Zertrümmerung und, wie gesagt, der Untergang des „Robinson“ verteilt. Nun ja, Klumbumbus ist auch nicht in drei Tagen nach Guanahani gekommen. Ferner steht fest, daß in späteren Jahren, als die Isar längst erschlossen war und die Paddlergemeinde in die Hunderte je Sonntag ging, da oben manchmal noch reichere Beute und für längere Zeit zurückblieb.

Nach Untergangsstimmung roch es auch am folgenden Tag. Ufer und Wolken waren noch um einiges triefender und die Isar höher und schneller geworden, doch für uns gab es „keinen anderen Weg nach Küßnacht“. Die erste „Kneif-Bahnstation“ war erst in Bad Tölz. Schön hätte sich die kleine Postkutsche in Hinterriß dafür bedankt, unseren Kram mitnehmen zu müssen. – „Weiter denn in Gottes Namen, es wird schon …“ knurrte Prelle.

Es ging auch schief. Zwar kamen wir gut durch den damals noch nicht wie heute entrümpelten Fall und an anderen Hindernissen vorbei, doch faltete mancher im Gottvertrauen und zur Erzeugung von Reibungswärme die nassen Hände, die Isar sein Boot und der Schiffszimmermann Zirle – vorsorglicherweise hatten wir nämlich diesen Bootsbauer bei uns – das Wrack.“

Hier geht es zum vollständigen Artikel (PDF) – oder einfach das Bild rechts oben anklicken.

Uschi Zimmermann (07-2026)

Zurück zur Übersicht