Hans Hart Faltbootwerft, München (1920 bis 1968)

„Hans Hart wollte schon immer der Preiswerteste am Markt sein!“ (Zitat Emil Emscher)

1920 warb die Faltbootwerft Hans Hart auf der Leipziger Frühjahrsmesse mit dem „Isarion-Faltboot“.

Hart arbeitete eng mit der Faltbootwerft Karl Steiner zusammen, was schließlich zur Fusion beider Fimen in die BA.FA.WE. führte. Hier fungierte Hart fast vier Jahre als deren Geschäftsführer. Im Kanu-Sport Nr. 39 von 1923 gab er in einer Anzeige bekannt, dass er nun „eine alleineigene Werft errichtet“ habe „… und wird beste und kulanteste Bedienung der werten Kunden auch weiterhin mein oberster Grundsatz sein“. Das neue Hart-Faltboot war da bereits ab Lager lieferbar.

Hart legte sich in der 2. Hälfte der 30erJahre mit dem Verband der Faltboothersteller gnadenlos an, indem er die ausgemachten Preise immer wieder einseitig unterbot und sollte dafür ausgeschlossen werden. Auch andere Abmachungen für den Vertrieb und Handel unterlief Hart gern, häufig und spitzfindig – wofür es eine Menge historische Belege gibt, und es auch ordentlich „Haue“ gab.

Aber Hans Hart ging auch später nie von dem von ihm eingeschlagenen Weg ab, aber ohne es so ausdrücklich zu betonen. Seinen Traum, 3.000 Faltboote im Jahr zu bauen, musste er allerdings Klepper und später Pouch überlassen.
Die Sonderklasse ist daher eher „state of the art“ und der Rest die Billigausgabe, um seinem Anspruch gerecht zu werden.
Die Hans-Hart-Faltbootwerft in München 9 fertigte Ende der 30er Jahre sechs verschiedenene Faltboottypen. Alle Häute waren silberfarbig, alle Oberdecks grün. Gelobt wurden wirkungsvolle verstellbare Zusatzversteifungen.
In den späteren Jahren wurde auch eine Segelausstattung verfügbar.

Text; Uschi Zimmermann (08/2025) / Abb. Archiv Verein Bayerische Kanugeschichte
Quelle: https://typen.faltboot.org/f2101_werft.php?ID=73

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