Rolf Renner
Rolf Renner
* Mai 1938
Seine große Kompetenz ist bei zahlreichen Initiativen und
Organisationen, Ämtern und Behörden anerkannt und ebnet so manchen Weg in Richtung Renaturierung, Beschilderung und vor allem Verständnis für die Belange des Kanusports. Beim Bau neuer Sohlrampen oder beim Anlegen von paddlerfreundlichen Ein- und Aussetzstellen steht er schon auch mal selbst am Ufer und dirigiert den Bagger. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung beschreibt ihn 2015 als "Kenner mit Kajak".
1990 gründet der BKV die Umweltkommission – mit Rolf Renner als aktivem Mitglied, der mit Gleichgesinnten bereits ein Jahr später das ständige und wohl aktivste Umwelt-Ressort in den Landeskanuverbänden ins Leben ruft. Renner weiß immer enge Mitstreiter an seiner Seite. Er ist zwar streitbar und eckt gerne mal an, aber auch einsichtig, mit hoher Sozialkompetenz und ein Arbeitstier.
2005 übernimmt der Münchner das BKV-Ressort Umwelt und Gewässer als dessen Leiter und tritt anschließend ohne Ressentiments wieder ins zweite Glied zurück. Bis in die letzten Jahre ist er in diesem Ressort aktiv, mehr im Hintergrund, immer wieder auch mit Projekten betreut. Zusätzlich fungierte er zwölf Jahre lang im Deutschen Kanu-Verband als Referent für den alpinen Bereich.
Der Konfliktbereich „Kanusport und Naturschutz“, zu dem auch der Gewässerbau mit der Durchgängigkeit für den Kanusport zählt, ist ihm ein Anliegen. Er engagiert sich seit 1993 mit viel Herzblut für die Renaturierung von Isar und anderen Voralpenflüssen. Umweltverträglichkeit und der Schutz von Flora und Fauna sind ihm dabei ebenso wichtig wie die durchgängige Befahrbarkeit mit Kanus. Als die Ammer für den Kanusport gesperrt werden soll, ist er maßgeblich am „Saulgruber Kompromiss“ und an der Einführung der Rot-Grün-Ampel für Paddler in Saulgrub beteiligt.
Als Mitglied im Naturschutzbeirat der Regierung von Oberbayern gestaltet
er z. B. die „Rahmenplanung innerstädtischer Isarraum“ der Stadt München mit und die Studie zur „Erzeugung von Wellen und Walzen für den Kanusport“. Sein bisher letztes Werk, die sog. Rampenstudie, hat die Gestaltung von Sohlenbauwerken zum Inhalt.
Nicht zuletzt ist Öffentlichkeitsarbeit immer ein wichtiges Anliegen für Rolf Renner. Dass das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen dem Bayerischen Kanu-Verband 1995 den Umweltpreis verlieh, war mit sein Verdienst. Der frühe Einsatz von Teletext und die Entwicklung des seinerzeit hochmodernen Pegel-Telefons sowie diverse Informations-Flyer über „Kanusport und Umweltschutz“ gehen ebenso auf Renners Konto.
Als ehemals aktiver Kanuslalomfahrer war ihm die Wiederaufnahme des Münchner Kanuslaloms auf dem Isar-Floßkanal ein echtes Anliegen. Drei Jahre lang widmete er sich der Planung und Vorbereitung. 1981 wurde die Veranstaltung nach einer Unterbrechung von 18 Jahren als 28. Münchner Kanuslalom erstmals wieder durchgeführt – seither jährlich, mit einer kleinen, auch coronabedingten Unterbrechung. Renner beteiligte sich aktiv beim Streckenbau für diesen Wettkampf, auch mit der Konzeption von Einbauten (Wasserabweiser). Als Folge ist nach ihm die „Renner-Walze“ benannt, bis heute eine der forderndsten Stellen für die Athleten.
Funktionen
- 1978 – 1980 1. Vorsitzender CMK München
- 1980 – 1990 Slalomwart im BKV-Bezirk Oberbayern
- 1990 – 1995 Referent in der Umweltkommission
- seit 1990 Referent/Mitarbeit im Ressort Umwelt und Gewässer
- 1991 – 2013 Referent Freizeit- und Kanuwandersport „Alpen“ im DKV
- seit 1993 Mitarbeit in verschiedenen Initiativen und Organisationen
- 2005 – 2011 BKV-Ressortleiter für Umwelt und Gewässer
Auszeichnungen
- 2007 DKV-Ehrennadel in Bronze
- 2015 DKV-Ehrenurkunde in Gold
- 2021 BKV-Ehrenmedaille
- 2022 Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Umwelt
Aus Chronik "100 Jahre Bayerischer Kanu-Verband" 2024