Prof. Dr. Heinz Schilcher

Erfolg wird niemandem in die Wege gelegt, aber man kann ihn sich erarbeiten. Heinz Schilcher ist das auf allen Ebenen gelungen: privat, beruflich und sportlich, sein Leben lang auf der heiklen Gratwanderung zwischen Ehrgeiz und Lebensfreude.

Prof. Dr. Heinz Schilcher

* 21. Februar 1930   † 17. Juni 2015


Der Mann mit den fast schon verbissenen Ambitionen machte sich gleichzeitig als umgänglicher Gaudibursch einen Namen und unterhielt seine Kameraden auf Regatten gerne mit abendfüllendem Klavierspiel.

Als leidenschaftlicher Leistungssportler im Kanuslalom, Kanurennsport und in der Wildwasserabfahrt (DRC Neuburg und TG München) engagierte sich Heinz Schilcher auch auf der ehrenamtlichen Schiene. Sein Professor- und Doktor-Titel war für ihn im Sport nie von Bedeutung – es sei denn, er konnte auf politischer Ebene daraus Nutzen für den Sport ziehen.

Schilchers kanusportlich-ehrenamtliche Laufbahn begann 1970 als Sportwart, dann als Wildwassertrainer bei der TGM und schließlich als Wildwassersportwart im BKV. Als ICF-Kampfrichter war er für alle drei Kanu-Disziplinen im Einsatz. Während der Olympischen Spiele 1972 in München leitete er das Wettkampfbüro in Oberschleißheim und war dort auch als Kampfrichter bzw. als Mit-Organisator tätig.

Im BKV erwarb sich Schilcher Verdienste als alleiniger Vizepräsident und nach der Umstrukturierung der Verbandsspitze weiter als Vizepräsident Sport. Beim Bayerischen Kanutag 1978 übernahm er Verantwortung als BKV-Präsident, ein Amt, das er 1983 aufgrund einer Berufung an die FU Berlin niederlegte. Während seiner Zeit als BKV-Präsident fungierte er zudem als Mitglied des Umweltausschusses im BLSV sowie als Mitglied der Satzungskommission im BLSV. Im Deutschen Kanu-Verband war er stellvertretender Vorsitzender der Spruch- und Schlichtungskammer.

Beim Bayerischen Kanutag in Kleinheubach 1993 bewarb sich Heinz Schilcher erneut für das Präsidentenamt, konnte die Stichwahl aber nicht gewinnen. Stattdessen stellte er sich bis 1997 als Ressortleiter für Umwelt und Gewässer aktiv in den Dienst des bayerischen Kanusports. Dank seines großen Engagements, auch aufgrund seiner offensiven Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, verlieh das Bayerische Staatsministerium des Innern 1995 dem Bayerischen Kanu-Verband den Umweltpreis.

Trotz aller hohen Positionen war sich Heinz Schilcher nie für die Basis-Arbeit zu schade. Bis fast zuletzt arbeitete er im Ressort Umwelt und Gewässer mit. Bei den Weltmeisterschaften 1983 im Wildwasserrennsport in Garmisch-Partenkirchen auf der Loisach setzte er sich aktiv in Sachen Vogel- und Umweltschutz mit ein, bei den Bayerischen Wanderfahrertreffen in Königsdorf 1999 und 2005 stellte er sich bei einer naturkundlichen Führung über Heilpflanzen zur Verfügung. Als „Kräuterpapst“ war der national und international anerkannte Experte und Verfasser mehrerer Bücher auch durch Fernsehauftritte bekannt.

Funktionen:

  • 1964 – 1968       Bezirkssportwart Bezirk Oberbayern
  • 1967 – 1969       Wildwassersportwart BKV
  • 1973 – 1976       alleiniger Vizepräsident im BKV
  • 1976 – 1978       Vizepräsident Sport im BKV
  • 1979 – 1983       Präsident Bayerischer Kanu-Verband
  • 1979 – 1983       Mitglied des Umweltausschusses im BLSV
  • 1979 – 1983       Mitglied der Satzungskommission im BLSV
  • 1980 – 1984       Mitglied der Spruch- und Schlichtungskammer im DKV
  • 1984 – 1988       Vorstandsmitglied im LKV Berlin
  • 1993 – 1997       Ressortleiter Umwelt und Gewässer im BKV

Auszeichnungen:

  • 1983     Ehrenmitglied im Bayerischen Kanu-Verband
  • 1993     Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1994     Goldene Ehrennadel des DKV
  • 1999     Ehrenmitglied im DRC Neuburg
  • 1999     Goldene Ehrennadel mit Kranz des BLSV

aus Chronik "100 Jahre Bayerischer Kanu-Verband" 2024

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