Ernst Krebs
Ernst Krebs
* 4. November 1906 in München; † 20. Juli 1970 in Gauting
Wie bei vielen Kanusportlern aus dem Alpenland (z. B. CIL Luther)
begann auch Ernst Krebs seine sportliche Karriere mit dem Skilaufen. Er erreichte u. a. bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 1929 in Zakopane als bester Mitteleuropäer den 8. Rang über 18 km und wurde in den Jahren von 1928 bis 1932 in der Staffel des Bayerischen Skiverbandes viermaliger Deutscher Meister.
Doch seine größten Erfolge errang er als Mitglied der TG München im Kanurennsport. Unsterblich machte ihn sein Sieg bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin-Grünau im Einerkajak über 10.000 Meter. Zum ersten Mal war der Kanurennsport olympisch, das Rennen über 10.000 Meter war der erste Kanu-Wettkampf – und somit ging Ernst Krebs als erster Olympiasieger im Kanusport in die Geschichte ein.
Dieser große Erfolg kam nicht von ungefähr. In seinem Verein TG München wurde schon lange zuvor eifrig trainiert. Bereits 1933 gewann Ernst Krebs in Prag die erste Europameisterschaft im Einerkajak über 10.000 Meter vor dem Schweden Nils Wallin und dem Deutschen Edi Kleckers (Kaiserswerth). 1936 qualifizierte er sich mit dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft über 10.000 Meter für die Teilnahme an den Olympischen Spielen, wo er in 46:01,6 Minuten mit dreizehn Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Fritz Landertinger den Titel gewann.
Auszug aus der Chronik des Kanuclubs TG München:
„1935: Das Training steht bereits ganz im Zeichen der Olympischen Ringe. Dr. Eckert hatte in seiner Eigenschaft als Präsident der ICF (Internationale Canoe Federation) durch zähes Verhandeln erreicht, daß erstmals der Kanusport Bestandteil der Olympischen Spiele sein würde. Die TGM ist auf dieses Ereignis bestens vorbereitet, wie die vielen Erfolge beweisen. …
1936: Die Olympia-Fanfare beherrscht das gesamte Sportgeschehen. Berlin und damit ganz Deutschland rüstet zum größten Sportfest der Welt. Damals natürlich nicht ganz uneigennützig, denn die führende Partei, die NSDAP, versucht den Sport als Aushängeschild ihrer Politik zu mißbrauchen.
Die TGM trainiert unbeeinflußt von diesen Vorstellungen auf breiter Front für diese Tage. Die TGM-Asse Ernst Krebs, Sepp Muggenthaler, Albert Resch und Helmuth Triebe gehören der olympischen Kernmannschaft an und leben nur noch diesem Ziel. Die Jugend aller Vereine hat die Möglichkeit, durch Spitzenleistungen auf den Gaumeisterschaften einen Tribünenplatz in Berlin zu ergattern. Ein Ansporn, der von vielen genützt wird.
Triebe und Krebs werden in Grünau, bei den Deutschen Titelkämpfen, der letzten Ausscheidung, jeweils Meister im F1 und K1. Doch die endgültige Teilnahme wird wie so oft erst am grünen Tisch von den Funktionären ausgehandelt. Nur Ernst Krebs erhält die Chance eines Starts. Krebs ist ein Kämpfer, der es versteht sich durchzusetzen. Er kennt besonders den Kampf gegen die Uhr sehr gut, ist er doch auch in diesen Jahren bester Mitteleuropäer in der Loipe auf schmalem Langlaufski. Ein sportliches Universalgenie.
Das Langstreckenrennen über die 10.000 m wurde dann zum Triumpf für ihn. Er gewinnt in überlegener Manier die Goldmedaille vor Österreich und den USA. Der größte sportliche Erfolg in der Geschichte der TGM.“
Ernst Krebs war auch begeisterter Bergsteiger, 1932 überlebte er als Bergkamerad von Toni Schmid einen Sturz aus großer Höhe am Wiesbachhorn. Der Spenglermeister – das Geschäft existiert heute noch – starb bei einem Arbeitsunfall, als er beim Befestigen einer Dachrinne vom örtlichen Polizeigebäude stürzte.
Uschi Zimmermann (06-2026)
Größte kanusportliche Erfolge:
1930 Deutscher Meister mit Dr. Kurt Christmann im Faltboot-Zweier über 10.000 m
1933 Goldmedaille Europameisterschaften in Prag im Einerkajak über 10.000 m
1936 Deutscher Meister im Einerkajak über 10.000 m
1936 Goldmedaille Olympische Spiele in Berlin im Einerkajak über 10.000 m